Warum die meisten Design Guides im Schrank landen

Ein Design Guide ist nur gut, wenn er genutzt wird

Ein 80-seitiges PDF. Voller Farbcodes, Schriftarten, Logoversionen, Abstände, Beispiele. Perfekt durchdacht. Professionell gestaltet.

Und dann: Niemand öffnet es. Weil es zu lang ist. Weil niemand Zeit hat, 80 Seiten zu lesen. Weil die wichtigsten Infos irgendwo auf Seite 43 versteckt sind.

Ein Design Guide ist keine Dokumentation. Er ist ein Werkzeug. Wenn er nicht genutzt wird, ist er wertlos.

Was ein Design Guide wirklich leisten muss

Ein guter Design Guide beantwortet drei Fragen:

1. Wie sehen wir aus?
Logo, Farben, Schriften, Bildwelt. Die Basics.

2. Wie setzen wir das um?
Nicht nur "Diese Farbe", sondern "Wann verwenden wir welche Farbe?"

3. Was ist erlaubt, was nicht?
Klare Dos and Don'ts. Nicht interpretierbar.

Wo Design Guides scheitern

Fehler 1: Zu umfangreich

80 Seiten sind zu viel. Niemand liest das. Niemand findet, was er sucht.

Besser: 10–15 Seiten für die Basics. Alles andere: Optional, in einem Anhang oder online.

Fehler 2: Zu theoretisch

"Das Logo verkörpert unsere Werte von Innovation und Nachhaltigkeit." Schön. Aber wie gross muss es sein? Wo darf es hin? Was ist verboten?

Ein Design Guide braucht konkrete Antworten, keine Philosophie.

Ein Design Guide ist keine Markenstrategie. Er ist die Gebrauchsanweisung für die visuelle Umsetzung.

Fehler 3: Keine Beispiele

"Verwende die Hausschrift für alle Überschriften." Aber wie sieht das aus? Wie gross? Welcher Abstand? Welche Farbe?

Ohne Beispiele bleibt alles unklar.

Was ein guter Design Guide enthält

1. Logo-Regeln (1–2 Seiten)

• Logo-Versionen (farbig, schwarz-weiss, negativ)
• Mindestgrösse (z.B. "mindestens 3cm breit")
• Schutzraum (z.B. "halbe Loghöhe Abstand zu anderen Elementen")
• Dos and Don'ts (mit Bildern: Was ist verboten?)

2. Farben (1 Seite)

• Primärfarben (2–3 Hauptfarben)
• Sekundärfarben (falls vorhanden)
• Farbcodes: HEX, RGB, CMYK
• Wann welche Farbe? (z.B. "Primärfarbe für Überschriften, Sekundärfarbe für Highlights")

3. Schriften (1 Seite)

• Hausschrift (Name, Schriftschnitte)
• Wo verwenden? (Überschriften, Fliesstext, Web, Print)
• Schriftgrössen (z.B. "Titel 32pt, Text 16pt")
• Zeilenabstand (z.B. "1.5× für Fliesstext")

4. Bildwelt (2–3 Seiten)

• 3–5 Beispielbilder, die die Bildwelt zeigen
• Was macht diese Bilder aus? (Perspektive, Licht, Stimmung)
• Dos and Don'ts (mit Gegenüberstellungen: Gut vs. Schlecht)

5. Anwendungsbeispiele (3–5 Seiten)

• Visitenkarte
• Briefpapier
• PowerPoint-Folie
• Website-Header
• Social-Media-Post

Zeige, wie alles zusammenkommt. Nicht abstrakt, sondern konkret.

Design Guide vs. Brand Manual – Was ist der Unterschied?

Ein Brand Manual beschreibt die Markenstrategie: Wofür stehen wir? Was macht uns aus? Wie klingen wir?

Ein Design Guide beschreibt die visuelle Umsetzung: Wie sieht das Logo aus? Welche Farben nutzen wir? Wie formatieren wir Texte?

Faustregel:
• Brand Manual = Strategie und Haltung
• Design Guide = Visuelle Umsetzung

Oft gibt es beides in einem Dokument. Das ist okay – solange die Struktur klar bleibt.

Wie man einen Design Guide richtig nutzt

Mach ihn zugänglich

Nicht als PDF per E-Mail. Sondern: Online, immer aktuell, leicht auffindbar.

Optionen:
• Notion-Seite
• Google Drive mit klarer Struktur
• Dedizierte Brand-Portal-Website

Hauptsache: Jeder im Team weiss, wo er ihn findet.

Halte ihn aktuell

Logo geändert? Neue Farbe? Neue Bildwelt? → Design Guide aktualisieren.

Ein veralteter Design Guide ist nutzlos. Schlimmer noch: Er führt zu Fehlern.

Erkläre ihn dem Team

Nicht nur "Hier ist der Design Guide". Sondern: 30 Minuten Workshop. Zeige, wie man ihn nutzt. Beantworte Fragen.

Ohne Einführung wird er ignoriert.

Ein Design Guide ist wie ein Werkzeugkasten. Wer nicht weiss, wie man ihn öffnet, nutzt ihn nicht.

Wann ein Design Guide besonders wichtig ist

Ein Design Guide ist entscheidend, wenn:

• Mehrere Menschen am Markenauftritt arbeiten: Designer, Marketing, externe Partner
• Der Auftritt inkonsistent wird: Jeder macht es anders
• Neue Mitarbeitende dazukommen: Sie brauchen klare Regeln
• Externe Dienstleister involviert sind: Druckereien, Webagenturen

Ohne Design Guide entscheidet jeder nach Gefühl. Mit Design Guide entscheiden alle nach denselben Prinzipien.

Wenn du mit uns ein Projekt realisierst

Wir erstellen Design Guides, die im Alltag funktionieren – nicht nur gut aussehen. Das heisst: Kurz, klar, mit konkreten Beispielen. Und als lebendiges Dokument, das gepflegt wird.

Falls du unsicher bist, ob dein Design Guide noch zeitgemäss ist, beraten wir dich gerne unverbindlich.

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