"Hier ist unser Moodboard." 20 Bilder. Alles sieht gut aus. Aber was bedeutet es? Was haben diese Bilder gemeinsam? Was sollen sie vermitteln?
Oft: unklar. Das Moodboard ist eine Sammlung, keine Aussage.
Ein Moodboard ist kein Pinterest-Board. Es ist ein Werkzeug, um eine Richtung zu definieren.
Ein Moodboard zeigt: So soll es sich anfühlen.
Nicht: "So soll es aussehen." Sondern: "So ist die Stimmung. So ist der Charakter. So ist die Haltung."
Ein gutes Moodboard beantwortet:
• Ist es modern oder zeitlos?
• Laut oder leise?
• Verspielt oder sachlich?
• Luxuriös oder bodenständig?
• Klar oder komplex?
Ein Bild ist minimalistisch. Das nächste ist opulent. Das dritte ist verspielt. Was ist jetzt die Richtung?
Ein Moodboard mit 10 verschiedenen Stilen ist kein Moodboard. Es ist Unsicherheit.
Das Moodboard existiert. Aber niemand erklärt, warum diese Bilder ausgewählt wurden. Was verbindet sie?
Ohne Erklärung interpretiert jeder anders.
Ein Moodboard ohne Worte ist wie ein Rezept ohne Zutaten. Schön anzuschauen, aber nicht umsetzbar.
Das Moodboard wird erstellt. Präsentiert. Abgenickt. Dann vergessen.
Später: Das Design sieht völlig anders aus als das Moodboard. Weil niemand es als Referenz genutzt hat.
Bevor Design entsteht: Wie soll es sich anfühlen? Modern oder klassisch? Laut oder leise?
Das Moodboard gibt die Richtung vor.
"Modern" bedeutet für jeden etwas anderes. Ein Moodboard zeigt: Das meinen wir mit modern.
Statt abstrakt über "Gefühl" zu reden, zeigt das Moodboard: So soll es sich anfühlen.
Nicht mit Bildern. Sondern mit Worten.
Beispiel:
• Klar
• Reduziert
• Warm
• Hochwertig
• Zugehörig
Das sind die Adjektive. Jetzt suchst du Bilder, die diese Adjektive verkörpern.
Sammle 50–100 Bilder. Dann reduziere auf 10–15.
Frage bei jedem Bild:
• Passt es zu den Adjektiven?
• Trägt es zur Aussage bei?
• Oder ist es nur schön?
Nur Bilder, die zur Aussage passen, bleiben.
Nicht nur Bilder zeigen. Sondern sagen: Was haben diese Bilder gemeinsam?
Beispiel:
"Alle Bilder zeigen natürliche Materialien, warme Farben, klare Formen und viel Freiraum. Das vermittelt: Hochwertig, aber nicht abgehoben. Persönlich, aber nicht überladen."
Ein Moodboard ist nur so gut wie die Erklärung dahinter.
10–15 Bilder, die die Stimmung zeigen. Nicht das Produkt, sondern das Gefühl.
3–5 Farben, die immer wieder auftauchen. Das sind die Farben, die die Marke prägen könnten.
1–2 Schriften, die zur Stimmung passen. Nicht die finalen Schriften, sondern: So könnte es sich anfühlen.
Holz? Beton? Stoff? Papier? Welche Materialien passen zur Stimmung?
Moodboard: Zeigt die Richtung. "So soll es sich anfühlen."
Style Guide: Definiert die Umsetzung. "So wird es gemacht."
Reihenfolge: Moodboard → Konzept → Design → Style Guide
Das Moodboard ist der Anfang, nicht das Ende.
Gut zum Sammeln. Aber nicht zum Präsentieren (zu unübersichtlich).
Gut zum Zusammenstellen und Präsentieren. Du kannst Bilder arrangieren, Text hinzufügen, Farben definieren.
Gut für kollaboratives Arbeiten. Mehrere Menschen können gleichzeitig Bilder hinzufügen.
Empfehlung: Sammle auf Pinterest, arrangiere in Figma.
Moodboards sind sinnvoll, wenn:
• Du eine neue Marke entwickelst
• Du ein Rebranding machst
• Du ein gemeinsames Verständnis schaffen willst (Team, Kunde, Partner)
• Du die Richtung definieren willst, bevor Design entsteht
Moodboards sind überflüssig, wenn:
• Die Richtung schon klar ist
• Du nur kleine Anpassungen machst
• Es keine Unsicherheit gibt
Ein Moodboard ist ein Werkzeug, um Unsicherheit zu reduzieren. Wenn es keine Unsicherheit gibt, brauchst du es nicht.
Wir erstellen Moodboards, die nicht nur gut aussehen, sondern eine klare Aussage haben. Das heisst: Mit Adjektiven beginnen, mit Bildern visualisieren, mit Worten erklären. Kein Pinterest-Board, sondern ein Werkzeug.
Falls du unsicher bist, in welche Richtung dein Design gehen soll, beraten wir dich gerne unverbindlich.

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