Strukturierte Daten für Restaurants
Bei Google-Suchen zeigen manche Restaurants Sternebewertung, Öffnungszeiten und Preise direkt im Suchergebnis. Andere nicht. Der Unterschied: strukturierte Daten.
So nutzt Google strukturierte Daten
Strukturierte Daten übersetzen Website-Inhalte in ein maschinenlesbares Format. Während Beschreibungen wie "Moderne Alpenküche in gemütlichem Ambiente" für Menschen gedacht sind, versteht Google davon nichts.
Strukturierte Daten liefern Fakten: Schweizerküche, Öffnung 11:30 Uhr, Reservierung möglich, Preiskategorie mittel. Diese Informationen erscheinen direkt im Suchergebnis und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Gäste die eigene Website besuchen.
Buchungsplattformen nutzen strukturierte Daten bereits
Die Konkurrenz ist bereits gut aufgestellt. TheFork, Tripadvisor und Google Maps nutzen strukturierte Daten standardmässig. Restaurants ohne eigene strukturierte Daten konkurrieren mit Plattformen, die Google präzisere Informationen liefern.
Bei Suchanfragen wie "Restaurant Bern offen jetzt" bevorzugt Google Einträge mit vollständigen strukturierten Daten. Ohne diese Daten verliert man Traffic an Konkurrenten oder Plattformen.
Fehlen strukturierte Daten auf der Website, nutzt Google Informationen von Drittanbietern – oft veraltet oder fehlerhaft. Die Kontrolle über die eigene Darstellung geht verloren.
Restaurant-Schema: Die technische Grundlage
Für die Umsetzung gibt es standardisierte Formate. Das Restaurant-Schema von schema.org ist die Basis. Es definiert, welche Informationen Google versteht und wie sie strukturiert sein müssen.
Das Schema enthält:
- Name (identisch mit Google Business)
- Adresse (maschinenlesbar)
- Geokoordinaten (für Google Maps)
- Küchenrichtung (z.B. "italienisch", nicht "mediterran-fusion")
- Preiskategorie (günstig, mittel, gehoben)
- Bilder (professionell)
- Beschreibung (faktenbasiert)
Die Beschreibung sollte neutral sein: "Restaurant für italienische Küche mit 40 Plätzen, Terrasse und vegetarischen Optionen" statt "Unser charmantes Lokal verwöhnt Sie mit authentischer Küche".
LocalBusiness für lokale Suchanfragen
Das Restaurant-Schema allein reicht oft nicht aus. Für lokale Suchanfragen wird es häufig mit LocalBusiness oder FoodEstablishment kombiniert. Das verbessert die Darstellung bei regionalen Suchen.
LocalBusiness ergänzt:
- Öffnungszeiten nach Wochentag
- Zahlungsmethoden
- Servicetypen (vor Ort, Abholung, Lieferung)
Wichtig: Öffnungszeiten müssen im Schema und bei Google Business Profile identisch sein. Widersprüche führen dazu, dass Google die Daten selbst zusammenstellt – oft fehlerhaft.
Menu-Schema macht Gerichte sichtbar
Neben den Basisdaten interessiert sich Google auch für das Menü. PDF-Menüs kann Google nicht verarbeiten. Hier kommt das Menu-Schema ins Spiel. Es strukturiert das Menü in einem Format, das Google auslesen kann.
Das Schema enthält:
- Titel
- Sektionen (Vorspeisen, Hauptgänge, Desserts)
- Gerichte mit Beschreibung und Preis
Resultat: Google zeigt "Pasta ab CHF 18, vegetarische Optionen" direkt an.
Bei einem Projekt in Bern stieg die Reservierungsrate nach Implementierung des Menu-Schemas merklich. Google wertet das Menu-Schema besonders im Local Pack aus.
Verzicht auf Menu-Schema als bewusste Strategie
Nicht alle Restaurants nutzen das Menu-Schema. Manche verzichten bewusst darauf. Gäste klicken dann auf die Website, um das Menü zu sehen. Das kann die Klickrate erhöhen.
Diese Strategie funktioniert nur bei schnellen Websites mit sofort sichtbarem Menü. Sonst geht Traffic verloren. Für die meisten Restaurants ist das Menu-Schema die bessere Wahl.
Angebote, Reservierungen und Bewertungen strukturieren
Weitere Schemas decken spezifische Bereiche ab. Das Offer-Schema eignet sich für zeitlich begrenzte Angebote: Mittagsmenüs, Events, saisonale Aktionen. Es enthält Preis, Verfügbarkeit und Gültigkeitsdaten.
Reservierungen werden über acceptsReservations (true/false) und eine URL kommuniziert. Google zeigt diese Informationen direkt an.
Bewertungen unterliegen strengen Regeln. Sie dürfen nur ausgezeichnet werden, wenn sie auf der eigenen Website sichtbar sind. Bewertungen von Tripadvisor, TheFork oder Google Business dürfen nicht ins Schema übernommen werden. Verstösse führen zu Abstrafungen.
JSON-LD als technischer Standard
Für die technische Umsetzung gibt es verschiedene Formate. JSON-LD ist die empfohlene Methode für strukturierte Daten. Vorteile: stabil, vom HTML getrennt, von Google bevorzugt.
Der Code wird im <head> oder am Ende des <body> platziert und mit dem Rich Results Test von Google validiert. Restaurant plus LocalBusiness reicht meist. Mehr Schemata verwirren Google.
Strukturierte Daten für Restaurants richtig pflegen
Strukturierte Daten für Restaurants sind kein Einmalprojekt. Öffnungszeiten ändern sich an Feiertagen oder während Betriebsferien. Menüs werden saisonal aktualisiert. Die Preiskategorie passt sich an. Neue Serviceoptionen kommen hinzu – Delivery wird eingeführt, die Terrasse öffnet im Sommer.
Google bevorzugt aktuelle Daten. Selbst kleine Diskrepanzen zwischen Schema und Website führen zu schlechterer Darstellung.
Typische Fehler vermeiden
Bei der Umsetzung passieren häufig dieselben Fehler. Hier sind die wichtigsten:
Widersprüchliche Öffnungszeiten: Website, Google Business und Schema müssen identisch sein. Regel: Was bei Google Business steht, gilt.
Menü ohne Struktur: Das gesamte Menü in ein Textfeld zu packen funktioniert nicht. Nötig sind: Titel, Sektionen, einzelne Items mit Name, Beschreibung und Preis.
Bewertungen von Drittplattformen: Tripadvisor-Bewertungen ins Schema zu übernehmen ist nicht erlaubt. Google akzeptiert nur Bewertungen, die direkt auf der eigenen Website sichtbar sind. Verstösse führen dazu, dass Google die Bewertungen ausblendet oder die Website herabstuft.
Zu viele überlappende Schemata: Manche Websites kombinieren Restaurant, FoodEstablishment, LocalBusiness, Organization und Place. Google wird unsicher, welches Schema prioritär ist. Restaurant als Hauptschema, LocalBusiness ergänzend – das reicht.
Fehlende Reservierungsangaben: Viele Restaurants vergessen acceptsReservations. Dabei ist dies ein wichtiges Signal für Google, besonders bei Suchanfragen wie "Restaurant Bern reservieren".
Automatisierung und manuelle Arbeit
Viele Restaurants arbeiten mit Reservierungstools wie TheFork oder OpenTable. Einige bieten API-gestützte Schema-Ausgaben. Die meisten nicht.
Manche Tools automatisieren Öffnungszeiten, Reservierungslinks und Verfügbarkeiten. Das ist praktisch. Restaurant-Beschreibung, Bilder, Menüstruktur, Preiskategorie und saisonale Angebote bleiben aber Handarbeit. Diese Elemente machen das Restaurant unterscheidbar.
Wir haben bei mehreren Projekten Hybridlösungen umgesetzt: Stammdaten manuell, Reservierungsinfos per Schnittstelle. Das funktioniert, ist aber aufwändiger als erhofft.
Die Implementierung dauert für ein durchschnittliches Restaurant 3-5 Stunden (mit Erfahrung) oder einen Tag (ohne Erfahrung).
Die fünf wichtigsten Bausteine
Für die praktische Umsetzung brauchen die meisten Restaurants fünf Elemente:
- Restaurant-Schema (Basis)
- LocalBusiness (regionale Suche)
- Menu-Schema (Gerichte und Preise)
- acceptsReservations (Buchungen)
- AggregateRating (nur bei eigenen Bewertungen)
Die Website sollte strukturierte Daten als festen Bestandteil der Architektur enthalten, nicht als nachträgliche Ergänzung.
Nutzen für Sichtbarkeit und Reservierungen
Strukturierte Daten haben messbare Auswirkungen. Sie verbessern die Positionierung bei lokalen Suchanfragen. Rich Snippets (Bewertungen, Öffnungszeiten, Preise) erscheinen direkt im Suchergebnis. Gut ausgezeichnete Restaurants wirken vertrauenswürdiger.
Zudem sind strukturierte Daten die Grundlage für KI-Antworten bei Google, ChatGPT und Perplexity. Wer heute saubere Daten pflegt, profitiert künftig.
Konsistenz über Plattformen hinweg
Viele Restaurants sind auf mehreren Plattformen präsent. Strukturierte Daten helfen, Informationen über Google, Tripadvisor, TheFork und die eigene Website konsistent zu halten. Einheitliche Darstellung schafft Vertrauen. Widersprüchliche Preiskategorien machen misstrauisch.
Aufwand und Nutzen abwägen
Strukturierte Daten erfordern Arbeit, Pflege und technisches Verständnis. Für Restaurants, die von Buchungsplattformen unabhängiger werden wollen, sind sie aber unverzichtbar.
Die Wahl: Einige Stunden investieren – oder Reservierungen an Restaurants mit strukturierten Daten verlieren.










