Strukturierte Daten für Hotels
Bei Google-Suchen zeigen manche Hotels Bewertungen, Preise und Zimmerkategorien direkt im Suchergebnis. Andere nicht. Der Unterschied: strukturierte Daten.
So nutzt Google strukturierte Daten für Hotels
Strukturierte Daten übersetzen Website-Inhalte in ein maschinenlesbares Format. Während Beschreibungen wie "Charmantes Boutique-Hotel mit alpinem Flair" für Menschen gedacht sind, versteht Google davon nichts.
Strukturierte Daten liefern Fakten: Check-in 15:00 Uhr, Doppelzimmer ab CHF 180, Pool vorhanden, Durchschnittsbewertung 4.5 Sterne. Diese Informationen erscheinen direkt im Suchergebnis und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Gäste die eigene Website besuchen statt Booking.com.
Buchungsplattformen nutzen strukturierte Daten bereits
Die Konkurrenz ist bereits gut aufgestellt. Booking.com, Expedia und Google Hotels nutzen strukturierte Daten standardmässig. Hotels ohne eigene strukturierte Daten konkurrieren mit Plattformen, die Google präzisere Informationen liefern.
Bei Suchanfragen wie "Hotel Interlaken Seeblick" bevorzugt Google Einträge mit vollständigen strukturierten Daten. Ohne diese Daten verliert man Traffic an Konkurrenten oder Buchungsplattformen.
Fehlen strukturierte Daten auf der Website, nutzt Google Informationen von Drittanbietern – oft veraltet oder fehlerhaft. Die Kontrolle über die eigene Darstellung geht verloren.
Hotel-Schema: Die technische Grundlage
Für die Umsetzung gibt es standardisierte Formate. Das Hotel-Schema von schema.org ist die Basis. Es definiert, welche Informationen Google versteht und wie sie strukturiert sein müssen.
Das Schema enthält:
- Name (identisch mit Google Business)
- Adresse (maschinenlesbar)
- Geokoordinaten (für Google Maps)
- Check-in/Check-out-Zeiten
- Telefon und E-Mail
- Website-URL
- Bilder (professionell)
- Beschreibung (faktenbasiert)
Die Beschreibung sollte neutral sein: "4-Sterne-Hotel mit 45 Zimmern, Pool und Restaurant" statt "Unser charmantes Haus verwöhnt Sie mit exklusivem Service".
LocalBusiness für lokale Suchanfragen
Das Hotel-Schema allein reicht oft nicht aus. Für lokale Suchanfragen wird es häufig mit LocalBusiness oder LodgingBusiness kombiniert. Das verbessert die Darstellung bei regionalen Suchen.
LocalBusiness ergänzt:
- Öffnungszeiten der Rezeption
- Zahlungsmethoden
- Hotelgruppen-Zugehörigkeit
Wichtig: Informationen müssen im Schema und bei Google Business Profile identisch sein. Widersprüche führen dazu, dass Google die Daten selbst zusammenstellt – oft fehlerhaft.
Zimmer-Schema macht Kategorien sichtbar
Neben den Basisdaten interessiert sich Google auch für Zimmer. Viele Hotels verzichten darauf, Zimmerkategorien auszuzeichnen. Das ist ein Fehler. Hier kommt das Room-Schema oder HotelRoom-Schema ins Spiel.
Das Schema enthält:
- Zimmername (z.B. "Doppelzimmer Seeblick")
- Beschreibung
- Maximale Gästezahl
- Ausstattung (Bettgrösse, Nichtraucher, Balkon)
- Bilder
Resultat: Google versteht "Doppelzimmer mit Balkon, max. 2 Personen" direkt.
Bei einem Projekt in Luzern stieg die Direktbuchungsrate nach Implementierung der Zimmer-Schemas merklich. Google wertet Zimmerinformationen besonders im Hotel Pack aus.
Angebote und Preise strukturieren
Weitere Schemas decken spezifische Bereiche ab. Das Offer-Schema eignet sich für Preise und Angebote. Es ist technisch anspruchsvoll, aber wertvoll.
Es enthält:
- Preis (Währung, Wert)
- Beschreibung (z.B. "Übernachtung inkl. Frühstück")
- Verfügbarkeit
- Gültigkeitsdaten
Falls keine dynamischen Preise verfügbar sind, sollte zumindest ein Startpreis pro Zimmerkategorie angegeben werden.
Ausstattung macht Hotels unterscheidbar
Hotels unterscheiden sich in ihren Leistungen. Diese Details erhöhen die Relevanz. Amenities (Ausstattungsmerkmale) werden strukturiert erfasst:
- WLAN
- Parkplatz
- Spa
- Pool
- Restaurant
- Fitnessbereich
- Haustiere erlaubt
- Barrierefreiheit
Je präziser die Angaben, desto besser versteht Google die Positionierung.
Bewertungen unterliegen strengen Regeln
Bewertungen sind wirksam, aber reguliert. Sie dürfen nur ausgezeichnet werden, wenn sie auf der eigenen Website sichtbar sind. Bewertungen von Booking.com, Tripadvisor oder Google Business dürfen nicht ins Schema übernommen werden. Verstösse führen dazu, dass Google die Bewertungen ausblendet oder die Website herabstuft.
Ein sauberes AggregateRating kann die Klickrate steigern. Hotels ohne eigenes Bewertungssystem sollten darauf verzichten.
JSON-LD als technischer Standard
Für die technische Umsetzung gibt es verschiedene Formate. JSON-LD ist die empfohlene Methode für strukturierte Daten. Vorteile: stabil, vom HTML getrennt, von Google bevorzugt.
Der Code wird im <head> oder am Ende des <body> platziert und mit dem Rich Results Test von Google validiert. Hotel plus LocalBusiness reicht meist. Mehr Schemata verwirren Google.
Strukturierte Daten für Hotels richtig pflegen
Strukturierte Daten sind keine einmalige Einrichtung. Sie brauchen laufende Pflege:
- Check-in/Check-out-Zeiten bei Änderungen
- Zimmerrenovierungen oder Umbenennungen
- Neue Bilder
- Angepasste Preisbereiche
- Neue Leistungen (Sauna, Restaurant)
Google bevorzugt aktuelle Daten. Diskrepanzen zwischen Schema und Website verschlechtern die Darstellung.
Typische Fehler vermeiden
Bei der Umsetzung passieren häufig dieselben Fehler. Hier sind die wichtigsten:
Zu viele Schemata: Manche Websites kombinieren Hotel, LocalBusiness, Organization, Resort und TouristAttraction. Google wird unsicher. Hotel als Hauptschema, LocalBusiness ergänzend – mehr braucht es nicht.
Bewertungen von Drittplattformen: Nur eigene Bewertungen dürfen ausgezeichnet werden. Bewertungen von Booking.com, Tripadvisor oder Google Business dürfen nicht ins Schema übernommen werden. Verstösse führen dazu, dass Google die Bewertungen ausblendet oder die Website herabstuft.
Fehlende Pflichtfelder: Adresse, Name und Beschreibung sind Mindestfelder. Fehlt etwas, werden Rich Snippets nicht angezeigt.
Schlechte Bildqualität: Google bevorzugt klare, helle, aktuelle Bilder.
Inkonsistente Daten: Adressvarianten oder unterschiedliche Telefonnummern zwischen Website, Google Business und Booking.com sind problematisch. Was bei Google Business steht, gilt.
Automatisierung und manuelle Arbeit
Viele Hotels nutzen Channel Manager oder PMS-Systeme. Reservierungstools wie HotelKit oder Protel automatisieren teilweise Preise und Zimmerdaten. Hotelbeschreibung, Bilder und Zusatzleistungen bleiben aber Handarbeit – und machen das Hotel unterscheidbar.
Implementierungsaufwand: 3-5 Stunden mit Erfahrung, 1 Tag ohne Erfahrung.
Die sechs zentralen Elemente
Für die praktische Umsetzung brauchen die meisten Hotels sechs Elemente:
- Hotel-Schema (Basis)
- LocalBusiness (regionale Suche)
- Room-Schema (Zimmerkategorien)
- Offer (Preise und Leistungen)
- Amenities (Ausstattung)
- AggregateRating (nur bei eigenen Bewertungen)
Die Website sollte strukturierte Daten als festen Bestandteil der Architektur enthalten, nicht als nachträgliche Ergänzung.
Nutzen für Sichtbarkeit und Buchungen
Strukturierte Daten haben messbare Auswirkungen. Sie verbessern die Positionierung bei lokalen Suchanfragen. Rich Snippets (Bewertungen, Preise, Zimmerkategorien) erscheinen direkt im Suchergebnis. Gut ausgezeichnete Hotels wirken vertrauenswürdiger.
Zudem sind strukturierte Daten die Grundlage für KI-Antworten bei Google, ChatGPT und Perplexity. Wer heute saubere Daten pflegt, profitiert künftig.
Konsistenz über Plattformen hinweg
Viele Hotels sind auf mehreren Plattformen präsent. Strukturierte Daten helfen, Informationen über Google, Booking.com, Expedia und die eigene Website konsistent zu halten. Einheitliche Darstellung schafft Vertrauen. Widersprüchliche Preisangaben machen misstrauisch.
Aufwand und Nutzen abwägen
Der Aufwand lohnt sich: Initiale Einrichtung (3-5 Stunden), laufende Pflege, technisches Verständnis. Für Hotels, die von Buchungsplattformen unabhängiger werden wollen, ist diese Investition unverzichtbar.
Die Wahl: Einige Stunden investieren – oder Buchungen an Hotels mit strukturierten Daten verlieren.











